Im Keller: Roceno Grecanico 2016 – Artikel im Die Presse-Schaufenster vom 19.01.2018 21. Januar 2018

Die Presse-Schaufenster am 19.01.2018

von Gerhard Hofer

Südliche Träume. Wann er denn endlich allein
in der Früh in die Volksschule geht, habe
ich meinen Jüngsten gefragt. „Wenn’s wieder
wärmer ist“, hat er gesagt. „Kein Ende in Sicht“,
würden die Toten Hosen singen. Wie zum
Trost flatterten mirwenig später ein paar
„Südliche Träume“ ins Haus. Sie kamen von
Philipp Geymüllers Abothek. Jeden Monat
schickt er seinen Abonnenten drei Flaschen
Wein. Im Jänner waren drei Sizilianer im Abo-Kistl.
Ja, und tatsächlich wirken die wie ein psychologischer
Heizstrahler. „Auf die Weine
brachte mich eine sizilianische Freundin, die in
Wien lebt“, erzählt Geymüller. Und damit wären
wir beim „Roceno Grecanico 2016“ von
der Genossenschaft Sibiliana, die westlich von
Palermo liegt. Ein Weißwein, der alle Klischees
von südlichen Schwerenötern widerlegt.
Leicht, knackig, frisch, mit feinem Duft nach
Melone und Apfel. Ein lässiger Tischwein. Ich
habe ihn zum Salat getrunken, von dem ich
mich aktuell vorwiegend ernähre. Meine Frau
meint, ich würde früher in den Smoking passen,
wenn ich den Wein wegließe. „Bei der kurzen
Ballsaison muss man’s nicht übertreiben“,
antworte ich und versinke in südliche Träume.

Sibiliana, „Roceno Grecanico 2016“, kostet neun Euro bei www.abothek.at